Raus aus dem Schatten, rein in die Karriere
Raus aus dem Schatten, rein in die Karriere
Die Unternehmerfrau heißt das aktuelle Werk von Frau Dr. Schlembach. Das Buch wird im Orell Füssli Verlag Anfang 2009 erscheinen.
EINLEITUNG
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Die Unternehmerfrau ist ein unbekanntes Wesen. In der Öffentlichkeit ist sie bekannt als „Geschäftsfrau“, bei den Mitarbeitern im Betrieb als „Frau des Chefs“. Hinter dieser kleinen, aber feinen Unterscheidung liegen mitunter Welten. Wie die Aussenwelt die Person und die Aufgaben einer Unternehmerfrau wahrnimmt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Diese Sichtweise ist verständlich, ist die Unternehmerfrau doch gleichzeitig Stütze des Betriebes, Mädchen für alles und Vermittlerin bei Konflikten zwischen Chef und Mitarbeitern. Sie wird beneidet um ihre Vorteile, belastet vom Auf und Ab des Geschäftsverlaufes, ist treusorgende Ehefrau und Sparringpartnerin des Chefs.
Nein, einfach lässt sie sich nicht kategorisieren, die Unternehmerfrau. Aber keine eindeutige Rolle zu haben, heisst nicht, keine Rollenkonflikte zu haben. Im Gegenteil. Viele Unternehmerfrauen spüren, dass es doch gravierende Unterschiede gibt zwischen ihrer Position und derjenigen ihres Mannes. Das wird bis zu einem gewissen Grad akzeptiert, aber das ungemütliche Gefühl im Magen bleibt. Das Gefühl, dass da Potentiale und Energien schlummern, die es zu wecken gilt, meldet sich bei diesen Frauen in schöner Regelmässigkeit.
Im ersten Teil des Buches beschäftigen wir uns deshalb mit dem Wert der Arbeit einer Unternehmerfrau, mit der Wertschätzung durch die anderen, aber auch mit der eigenen Wertschätzung. Die ist so selbstverständlich nicht. Denn Unternehmerfrauen arbeiten mit oder ohne Vertrag, als Fachkraft, Aushilfskraft, Geschäftsführerin oder als Mit-Unternehmerin. Sie haben manchmal eine soziale Absicherung für das Alter und ein faires Einkommen – aber nicht immer. Überstunden listen Unternehmerfraun nicht auf und wenn der Urlaub mal entfällt, verstehen sie auch das. All diese Aspekte sind sowohl motivierend wie auch frustrierend, je nachdem, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Jeder Fortschritt, jedes gute Gefühl, das daraus entsteht, hat unmittelbar Einfluss auf den Betrieb und dessen Erfolg. Grundsätzlich gilt: Je professioneller das Unternehmen geführt wird, desto einfacher ist es für die Frau, ihre Rolle zu finden und einzunehmen, statt immer nur dort zu sein, wo es gerade brennt. Es ist an der Unternehmerfrau, die Weichen zu stellen. Sie hat dabei eine auf dem Arbeitsmarkt einmalige Chance, frei auswählen zu können, welche Tätigkeit ihrer Begabung am meisten entgegen kommt, und in welchem Bereich sie sich inhaltlich zur Chefin entwickeln will. Das Spielfeld ist gross. Die wesentlichen Aufgabenbereiche eines jeden Unternehmens sind: Die Strategie - wer entscheidet über die grundsätzliche Marschroute des Betriebes? Das Marketing - wer informiert die Welt, dass es den Betrieb gibt und was er anbietet? Das Personal - wer führt die Mitarbeiter, führt Gespräche, arbeitet Perspektiven aus? Das Controlling - wer führt den Betrieb mit Zahlen und Zielen? Die Finanzierung und Investition - wer entscheidet, was und wie viel eingebracht werden kann, soll, muss? Vielleicht finden Sie, liebe Unternehmerfrau, die eine oder andere Aufgabe ja schon vom Titel her spannend. Letztlich sind aber alle Bereiche der Unternehmensführung gleichwertig zu betrachten. Wir werden Schritt für Schritt für jede Position die Fragestellungen betrachten, die für die erfolgreiche Leitung des Betriebes unabdingbar sind. Denn eines ist klar: Wenn wir mit der Meisterprüfung oder dem Ingenieur-Diplom unseres Partners mithalten wollen, brauchen wir auch Wissen und Know-how auf unserem Gebiet. Deshalb widmet sich der zweite Teil dieses Buches dem Weg zum „Unternehmerbrief“, dem Nachweis für unsere Kompetenz in Sachen Unternehmensführung. Sie werden eine Reihe von Instrumenten und Werkzeugen für den betrieblichen Erfolg kennenlernen. Denn was dem Unternehmenserfolg dient, dient in Familienbetrieben auch der Beziehung, den Kindern, dem Wohlbefinden der Unternehmerfrau und nicht zuletzt dem Vermögen der Familie. Diese Verbindung aller Lebens- und Arbeitsbereiche ist einmalig und nur bei Unternehmerfrauen zu finden. Diese Frauen sind die zentrale Stelle im Leben der Familie und des Familienbetriebes. Sie lenken und leiten ein Geflecht, das jeden Moment, jeden Tag, jedes Jahr aktiv ist. Sie führen das Unternehmen, die Mitarbeiter, die Familie, den Haushalt, ihre Beziehung. Selbstverständlich geht das nicht ohne den Partner. Dass es dabei das ein oder andere Mal zu Auseinandersetzungen kommen kann, ist unvermeidlich.
Was getan werden kann, um Konflikte zu vermeiden respektive diese konstruktiv zu lösen, ist Gegenstand des letzten Teils dieses Buchs. Partnerschaftliche Unternehmensführung ist ein Kleinod der Wirtschaftslandschaft. Sie ist Vorreitermodell in einer Welt, in der es nur 10 Prozent aller Frauen auf einen Chefsessel schaffen. In ihren eigenen Unternehmen haben die Frauen die Chance, ihr Können in Sachen Führung zu beweisen. Es gibt nur eine Bedingung: Frauen müssen kompetent sein. Kein Halbwissen, kein Sich-Durchschlängeln ist gestattet. Nur so kann der Wert unserer Arbeit vermittelt werden, nur so ist es möglich, auf ein gleichberechtigtes Niveau mit dem Partner zu gelangen und das gewissen Unwohlsein mit dem Ist-Zustand in ein Zufriedenheit umzulenken. Dass diese partnerschaftliche Unternehmensführung ein Erfolgsfaktor für kleine und mittelständische Betriebe ist, wird viel zu selten wahrgenommen. Zu unrecht. Bieten doch diese Betriebe attraktive Arbeitsplätze in einem familienfreundlichen Umfeld. Wenn das Verständnis dafür wächst, bekommen auch die Familienunternehmen eine neue Bedeutung, und könnten Taktgeber für eine neue Arbeitskultur werden. Nehmen Sie sich die drei, vier Stunden Zeit, um gemeinsam mit mir auf die Reise zu gehen.
Gerne nehme ich Sie so weit wie möglich mit, weil ich mich im Grunde von Kindesbeinen an mit diesem Thema beschäftige. Aufgewachsen in einem Familienbetrieb, habe ich meine Mutter, Unternehmerfrau in zweiter Generation, sehr genau beobachtet. Und obwohl es so gar nicht auf meinem Plan stand, bin ich seit 15 Jahren selbst Unternehmerfrau. In einem Netzwerk, das Familienunternehmen berät und betreut. Entsprechend viele Unternehmerfrauen beleben meine Arbeit und ich freue mich, wenn wir gemeinsam daran arbeiten, unser Leben attraktiver zu gestalten und damit gleichzeitig das Image der Familienunternehmen aufbessern.
INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG
TEIL I
Kapitel 1 Nabelschau
1.1. Schmeicheleien und Etiketten
1.2. Arbeiten wir uns heran?
1.3. Die Unternehmerfrau im Rollenkonflikt
1.3.1 Die Umwelt
1.3.2. Die Mitarbeiter
1.3.3. Die Familie
1.3.4. Partnerschaft und Ehe
1.3.5. Die Frau
1.3.6. Karrierehindernis Mann?
1.3.7. Fazit: Eine Achterbahn!
Kapitel 2 Raus aus dem Schatten, rein in die Karriere
2.1. Der sprichwörtliche Mut der Unternehmerfrau
2.2. Karriere im Familienbetrieb
2.3. Das Sprungbrett für die Karriere
2.4. Ein Fächer voll Chancen
2.5. Eine weibliche Definition von Karriere
2.6. Unternehmensführung: Was trägt die Frau dazu bei?
2.7. Kompetenz und Professionalität
TEIL II
Kapitel 3 Das Unternehmen ist unser Instrument
Kapitel 4 Das Spektrum der Unternehmensführung
4.1. Strategie und Vision
4.2. Investition und Finanzierung
4.2.1. Kultur der Finanzierung
4.2.2. Investieren und ausgeben
4.2.3. Wer finanziert was?
4.2.4. Wo stecken ihre Aktien?
4.3. Controlling
4.3.1. Controlling in der konkreten Anwendung
4.4. Marketing
4.4.1. Marketing und Mythos
4.4.2. Wie Frau zur Scharfschützin wird
4.4.3. Was macht die Konkurrrenz?
4.4.4. Wo sind wir unschlagbar?
4.4.5. Der Marketing-Mix
4.4.5.1. Was bieten wir an?
4.4.5.2. Was kostet wieviel?
4.4.5.3. Wie kommen wir in den Markt?
4.4.5.4. Wie erfährt die Welt, dass es uns gibt?
4.4.5.5. Kleiner Einsatz, grosse Werbung
4.5.6. Weniger ist oft mehr
4.4.7. Fazit
4.5. Personal
4.5.1. Das Spektrum der Personalführung
4.5.2. Die Unternehmerfrau als Personalchefin
4.5.3 Einklang der Interessenslage
4.5.4 Führungstypen
4.5.5. Mitarbeiter - die unbekannten Wesen?
4.5.6. Herausforderungen der Zukunft
4.6. Organisation und EDV
4.6.1. Die Organisation der Organisation
4.6.2. Führung durch gutes Vorbild
4.6.3. Neue Medien
4.7. Das grosse Spektrum Ihrer Karriere
TEIL III
Kapitel 5 Die Qual der Wahl
Kapitel 6 Die Unternehmerfrau als Persönlichkeit
6.1. Wie präsentiert sich die Unternehmerfrau
6.2. Sagen Sie, was Sie denken
6.2.1. Klare Ansage
6.2.2. Charmant, aber bestimmt
Kapitel 7 Die Unternehemrfrau im Betrieb
7.1. Gespräche führen statt nett plaudern
7.2. In sieben Schritten zum Erfolg
7.3. Erst einer, dann viele
7.4. Ein paar Sahnehäubchen oben drauf
Kapitel 8 Genies sind meist zu zweit
8.1. Gefangen im Vertrauen?
8.2. Gefangen in familiären Pflichten?
8.3. Auf dem Weg zur Dynastie
8.4. Viel Rat und Tat
Schlusswort
Bibliographie
Anhang


